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Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen sind bei Erwachsenen oft durch Schädigungen des Gehirns bedingt. Beispielsweise durch einen Schlaganfall, ein Schädel-Hirn-Trauma, einen Tumor oder degenerative Erkrankungen wie Parkinson, Multiple Sklerose und Demenz. Darüber hinaus gibt es aber noch viele andere Krankheiten, die das Sprach- und Sprechvermögen sowie die Schluck- und Stimmfunktion beeinträchtigen können . Ich verzichte hier bewusst auf eine umfangreichere Aufzählung, da Sie im Internet sehr ausführliche Informationen zum Theme “Logopädie bei Erwachsenen” finden können.

Zu den wichtigsten und häufigsten logopädisch behandelten Störungsbildern gehören:

 

Aphasie:

Bei der Aphasie handelt es sich um eine durch Hirnschäden verursachte, so genannte zentrale Sprachstörung. Charakteristisch ist, dass alle Bereiche der Sprache betroffen sind, wenn auch in unterschiedlichen Ausmaß: Sprechen, Sprachverständnis, der Abruf von Worten, die Grammatik, das Lesen und das Schreiben. Es gibt unterschiedliche Arten von Aphasien, die wiederum in verschiedene Schweregrade von leicht bis universell eingeteilt werden.

Ein sehr gutes Buch dazu hat Ilse Lutz geschrieben. “Das Schweigen verstehen” veranschaulicht sehr deutlich und auch für Laien verständlich, wie unterschiedlich eine Aphasie sein kann.

Einen Erfahrungsbericht hat Ingrid Tropp Erblad verfasst. Er trägt den Titel “Katze fängt mit S an” und beschreibt eindrucksvoll das individuelle (Er)leben einer Aphasie.

 

Sprechapraxie
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Wie die Aphasie ist die Sprechapraxie ebenfalls neurologisch bedingt und tritt auch oft mit ihr gemeinsam auf. Bei den betroffenen Patienten ist die Planung der zum Sprechen notwendigen Bewegungsmuster gestört. Deshalb lassen sie Laute aus, fügen welche hinzu oder sagen sie in der falschen Reihenfolge. Zudem sind Sprechmelodie und -rhythmus verändert, so dass die Aussprache oftmals nur schwer verständlich ist. Ein sehr typisches Merkmal für eine Sprechapraxie ist das Suchverhalten der betroffenen Menschen; sie bewegen wie in Zeitlupe die Gesichtsmuskulatur, vor allem die Lippen und die Zunge, um sich an die Lautbildungsmuster heranzutasten.

 

Dysarthrien (Sprechstörungen)
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Patienten mit einer Dysarthrie sprechen gepresst, undeutlich und verwaschen – bis hin zur Unverständlichkeit. Ursache ist eine gestörte Sprechmotorik, entweder in Folge von Krankheiten wie dem Morbus Parkinson oder bedingt durch Verletzungen der fürs Sprechen zuständigen Nerven und Muskeln. Wenn zudem noch die Atmung und die Stimmbildung im Kehlkopf beeinträchtigt sind – was häufig vorkommt – sprechen Fachleute von einer Dysarthrophonie.

 

Dysphonien (Stimmstörungen):

Heiserkeit und Räusperzwang sind die typischen Anzeichen einer funktionellen Dysphonie. Die Symptome entstehen, weil die Betroffenen ihre Atmung und ihren stimmbildenden Kehlkopf beim Sprechen  nicht ökonomisch genug einsetzen. Häufig sind Menschen in Sprechberufen, also LehrerInnen, ErzieherInnen oder auch TelefonverkäuferInnen davon betroffen.

Aber auch Entzündungen, Lähmungen (auch als Folge einer Intubation) und bösartige Tumoren können dazu führen, dass die Stimmgebungsorgane nicht mehr richtig funktionieren, bis hin zum Ausfall der Stimme. In diesem Fall handelt es sich um eine organische Dysphonie.

Oft vermischen sich beide Ursachen und man kann nicht mehr unterscheiden zwischen Ursache und Symptom. Häufig spiegelt die Stimme die psychische Verfassung eines Menschen wider (Stimmung=Stimme). Sinnbild dafür sind auch Sprichwörter, wie zum Beispiel “Da hat es mir die Sprache verschlagen!” oder “Ich habe einen Kloß im Hals.”

 

Dysphagie (Schluckstörung)
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Besonders häufig ist der Schluckakt nach einem Schlaganfall gestört. Aber auch degenerative Erkrankungen, wie Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, ALS und  einige Demenzformen bewirken ab einem bestimmten Stadium häufig eine gestörte Schluckfunktion. Weitere mögliche Auslöser einer Dysphagie sind Operationen und Bestrahlungen von bösartigen Tumoren im Bereich des Halses und des Mundes. Je nach Ausmaß erschweren Schluckstörungen die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme oder machen sie sogar ganz unmöglich. Erfreulicherweise wird seit ca. 20 Jahren dem Genuss des Essens und Trinkens bei betroffenen Menschen mehr Augenmerk geschenkt, so dass vielen dieser Patienten durch gezielte Schlucktherapie keine Sonde mehr gelegt werden muss bzw. eine orale Ernährung neben der Sondenernährung möglich ist.

 

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